Eine Karriere im Dienst des Wissens und der Gemeinschaft

Mit dem bevorstehenden Ruhestand von Ing. Michael Karrer am 1. Juli 2024 endet eine beeindruckende und bedeutende Karriere beim WIFI. Karrer, der im Dezember 1985 als junger Schulungsreferent für technische Bereiche wie Elektronik, EDV und Sicherheitstechnik begann, hat in den fast vier Jahrzehnten seines Wirkens nicht nur das Institut, sondern auch unzählige Menschen geprägt und gefördert.

Michael Karrer begann seine berufliche Reise bescheiden. Als kleiner Mitarbeiter im Forschungszentrum Graz arbeitete er zunächst bei einer Biogasanlage, bevor er sich dem WIFI anschloss. „Ich war einfach ein kleines Würschtl“, erzählt er bescheiden. Doch das Schicksal führte ihn ins WIFI, wo er als 27-Jähriger plötzlich eine taffe Sekretärin und vier erfahrene Mitarbeiter mit zehn Jahren WIFI-Erfahrung führen sollte - eine Heraus-forderung, die er mit Bravour meisterte. Anfangs war es schwierig, sich als junger Chef Respekt zu verschaffen, doch durch seine kluge und fleißige Art gelang es ihm, das Vertrauen und die Anerkennung seiner Mitarbeiter zu gewinnen. Nach einem halben Jahr erkannten sie alle, „dass der Karrer eh‘ passt.“

Seine Sekretärinnen spielten dabei eine entscheidende Rolle. „Sie waren alle top und halfen mir, wo immer Hilfe notwendig war“, erinnert sich Karrer. Seine Fähigkeit, Menschen zu motivieren, zusammenzuarbeiten und zu unterstützen, machte ihn zu einem geschätzten Kollegen und Vorgesetzten. Nach sechs Jahren als Leiter des Bildungsreferats Technik folgte er Peter Hochegger als Weiterbildungsleiter. In dieser Rolle war er nicht nur Koordinator, sondern auch Unterstützer, um durch die Individualität des Menschen die Schnittstelle zu finden. Diese Schnittstellenfunktion, in die er seine Erfahrungen einbringen durfte, mache er seit 32 Jahren, und dies trug auch maßgeblich dazu bei, ein einheitliches und erfolgreiches Bild des WIFI nach außen zu vermitteln. „Peter Hochegger wurde dann Institutsleiter am WIFI. Er war ein Chef des traditionellen Stils und sehr konsequent, mit einem Format und einem unglaublich breiten Wissen. Ich durfte von Peter Hochegger vieles lernen. Auch eine gewisse Grund-haltung, die man braucht, um zu erkennen, was ist Strategie und wo musst du Kompromisse eingehen“, so Karrer.

 

WIFI: Mehr als nur ein Arbeitgeber. Unter der Leitung von Martin Neubauer, der 2016 die Nachfolge von Peter Hochegger antrat, war Karrer weiterhin eine wertvolle Stütze. „Wir sind ein sehr gutes Team und das WIFI ist ein positives Aushängeschild“ sagt er stolz. Michael Karrers Karriere ist untrennbar mit dem WIFI verbunden, das ihm nicht nur eine berufliche Heimat bot, sondern auch ein Umfeld, in dem er wachsen und sich entfalten konnte. „Aber es wäre nichts ohne die engagierten Trainerinnen und Trainer.“ Diese Menschen teilen nicht nur ihr Wissen, sondern tragen auch dazu bei, dass das WIFI als Plattform für lebenslanges Lernen und berufliche Weiterbildung fest etabliert ist. Für jene, die das Wissen haben, und für jene, die das Wissen haben wollen. Darauf sind wir stolz.“ Hochachtung hat Michael Karrer vor jenen Menschen, die mit ihrem Wissen andere Lernfreudige als Nebenjob am Abend und auch am Wochenende unterrichten. Denn auch solche Menschen müssen ge-funden werden. Die Tatsache, dass über 60 Prozent aller Beiträge von Unternehmen bezahlt werden, zeigt das Vertrauen der Wirtschaft in die Qualität und Relevanz der WIFI-Kurse. „Lernen ist ein sozialer Prozess, man lernt ja von- und miteinander“, betont Michael Karrer. Diese sozialen Aspekte des Lernens sind für ihn von unschätzbarem Wert und ein wesentlicher Bestandteil des Erfolges des WIFI.

Ein besonderes Highlight in Michael Karrers Karriere sind die langanhaltenden Beziehungen, die durch die Lernprozesse im WIFI entstanden sind. „Im Juli trifft sich eine Gruppe, die vor 30 Jahren eine Fachakademie im Handel absolviert hat und immer noch in Kontakt steht. Solche Beziehungen sind in einer rein digitalen Lernumgebung kaum vorstellbar“, erklärt er. Ein Zitat von Peter Hochegger unterstreicht diese Erkennt-nis: „Digital ist nicht sozial.“

 

Ausbildung. Michael Karrers beruflicher Weg war von vielen Zufällen und Schicksalswendungen geprägt. Nach dem Abitur und einem kurzen Abstecher in die geliebte Geologie, führte ihn sein Weg schließlich zur Elektronik. Ein wichtiger Mentor, der über das gemeinsame Hobby Astronomie wie ein zweiter Vater war, erkannte sein Interesse und schlug ihm vor, das zweijährige Kolleg an der BULME zu besuchen. Nach dem Abschluss führte ihn sein Weg ins Institut für Umweltforschung, wo er an Biogasanlagen forschte. Ein zufälliges Gespräch seines Vaters mit einem Kollegen öffnete ihm schließlich die Tür zum WIFI.

 

Viel vor im Ruhestand. Mit dem Eintritt in den Ruhestand beginnt für Michael Karrer ein neuer Lebensabschnitt, den er mit Vorfreude erwartet. Mehr Zeit für seine Hobbys, ausgedehnte Reisen und die gemeinsame Zeit mit seiner Frau Edda, stehen nun im Mittelpunkt. Die zahlreichen Erfahrungen und Erinnerungen, die er beim WIFI gesammelt hat, werden ihn dabei begleiten. Seine Nachfolger werden von seinem reichen Erfahrungsschatz und den Strukturen profitieren, die er in den letzten Jahrzehnten aufgebaut hat. Aber sein Einfluss und seine Werte werden weiterhin spürbar sein. Michael Karrer blickt auf eine erfüllte und erfolgreiche Karriere zurück. Sein Engagement und seine Hingabe haben nicht nur das WIFI geprägt, sondern auch das Leben vieler Menschen bereichert.

Ganz privat. Abseits seiner beruflichen Leistungen ist Michael Karrer auch privat ein Mensch voller Interessen und Leidenschaften. Er ist glücklich mit Edda verheiratet, die beruflich als Lehrerin noch tätig ist. Zusammen teilen sie nicht nur ihren Alltag, sondern auch die Freude am Reisen und Tauchen. Die Abenteuer unter Wasser, ob am Roten Meer oder in der Karibik, boten ihm bisher den perfekten Ausgleich zu seiner beruflichen Tätigkeit. Diese gemeinsamen Erlebnisse und die Zeit in der Natur haben einen besonderen Platz in ihrem Leben und werden in Zukunft sicherlich noch mehr. Ein weiteres Hobby Karrers ist das Lesen. Bücher begleiten ihn nicht nur im Urlaub, sondern auch im Alltag. Dieses Interesse spiegelt seine kontinuierliche Neugier und den Wunsch wider, immer Neues zu lernen und sich weiterzuentwickeln – eine Eigenschaft, die auch seine berufliche Laufbahn geprägt hat.

Michael Karrers Lebensweg zeigt, wie wichtig es ist, Chancen zu ergreifen und den Mut zu haben, neue Wege zu beschreiten. Seine Geschichte ist ein inspirierendes Bei-spiel dafür, wie Engagement, Wissen und menschliche Wärme eine erfolgreiche Karriere formen können.

 

Auf die nächsten Abenteuer, Michael Karrer – möge Ihr Ruhestand ebenso erfüllend und abenteuerlich sein wie Ihre beeindruckende Karriere!

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70 Jahre SPAR: Ein Jubiläumsjahr voller Meilensteine und Visionen

Mag. Christoph Holzer, der Geschäftsführer von SPAR Steiermark und südliches Burgenland, steht in der Steiermark an der Spitze eines erfolgreichen Unternehmens. Dieses Jahr markiert das 70-jährige Jubiläum von SPAR Österreich, das seit seiner Gründung durch Hans F. Reisch im Jahr 1954 in Tirol eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen hat. Von einem regionalen Großhändler hat sich SPAR zu einem mitteleuropäischen Handelsunternehmen entwickelt, das in den Bereichen Lebensmittel-Einzelhandel, Sportartikelhandel und Shoppingcenter-Betrieb tätig ist. Und trotz der enormen Größe ist SPAR Österreich noch immer ein zu 100 Prozent privates österreichisches Familienunternehmen. Dieses Wachstum und die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte ist das Ergebnis der täglichen Arbeit jedes einzelnen Mitarbeitenden im Unternehmen.

„Für die SPAR Steiermark ist dieses Jahr auch ein Feierjahr, weil wir uns im Zusammenhang mit dem 70. Geburtstag selber ein Geschenk machen durften, eine Investition, um unser Lager in Puntigam zu erweitern“, so Christoph Holzer. Nun geht SPAR Steiermark im Jubiläumsjahr ins Finale. Mit einer Gesamtinvestition von 51 Millionen Euro wurde die Lagererweiterung am Standort Puntigam für weitere erfolgreiche Jahrzehnte realisiert. Eine Flächenerweiterung auf einer Grundfläche von 9.000 Quadratmetern wurde auf einen Teil eine beeindruckende Halle gebaut, die elf Meter in die Tiefe und 16 Meter in die Höhe geht. Diese hochmoderne Anlage der Firma Knapp macht eine automatische Lagerbewirtschaftung möglich.

Auf der Null-Ebene erfolgt die Kommissionierung traditionell und händisch. Hier bringen Roboter die in die Höhe und Tiefe verstauten Waren zur Null-Ebene, wo Mitarbeiter die Kommissionierung übernehmen. Zudem wurde der Frischdienst ausgebaut und neue Kühlsektoren in Betrieb genommen, was einen massiven Ausbau im Logistikbereich für die Zukunft darstellt. Diese Investition schafft nicht nur neue Arbeitsplätze, sondern sichert auch die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz des Standorts.

 

Weitere Investitionen. Neben dieser großen Investition setzt SPAR weiterhin auf Expansion und Modernisierung seiner Märkte in der Steiermark. Ein neues Highlight ist die Filiale in Graz-Reininghaus, die bereits auf zukünftiges Wachstum ausgelegt ist. Weitere Projekte umfassen die vollständige Erneuerung der Märkte wie in der Papierfabrikgasse, der auf 752 Quadratmeter erweitert wird, und auch die Leonhardstraße bekommt ein Facelifting. Besonders stolz ist Holzer auf die Flächenerweiterung in Hart bei Graz, wo auf 1040 Quadratmetern ein EUROSPAR entsteht. Auch in Heimschuh wird ein komplett neuer Markt errichtet, der im Herbst eröffnet wird.

Ein zentraler Erfolgsfaktor für SPAR sind die selbstständigen SPAR-Kaufleute, die maßgeblich zur dynamischen Entwicklung des Unternehmens beitragen. Die Eröffnung eines neuen EUROSPAR in Pischelsdorf und die Erweiterung des EUROSPAR in Birkfeld sind nur einige Beispiele für die erfolgreiche Zusammenarbeit und den Innovationsgeist dieser Kaufleute. Trotz Herausforderungen wie steigende Personalkosten bleibt die Kooperation stark und zukunftsorientiert.

Ausbildung. SPAR legt großen Wert auf die Ausbildung, Förderung und Betreuung seiner Lehrlinge. Mit über 300 Lehrlingen und 24 verschiedenen Lehrberufen bietet das Unternehmen vielfältige Karrierechancen. Programme wie die Lehrlings-Willkommens-Tage, Lehrlings-Seminare und die SPAR-Akademie sorgen für eine fundierte und unterstützende Ausbildung. Besonders hervorgehoben wird die Lehre zum Einzelhandelskaufmann, das Herzstück des Unternehmens. „Bevor die Lehrlinge ihre Lehre beginnen, haben alle die Möglichkeit, bei uns zu schnuppern. Dies führt dazu, dass nur sehr wenige ihre Lehre abbrechen. Unsere umfassenden Ausbildungspro-gramme bieten den jungen Menschen eine hervorragende Grundlage für ihre berufliche Zukunft. Vor einigen Jahren haben wir unser System umgestellt, sodass Lehrlinge nicht mehr nur zu einem festen Zeitpunkt im Jahr aufgenommen werden, sondern das ganze Jahr über bei uns ihre Lehrzeit beginnen können. Dies war ein bedeutender Schritt, der sich als äußerst erfolgreich erwiesen hat. Dank dieser Flexibilität konnten wir in den letzten Jahren sehr stabile Lehrlingszahlen erreichen. Nur ein Teil der Lehrlinge beginnt ihre Ausbildung noch zum traditionellen Zeitpunkt im August. Jeden Monat kommen neue Lehrlinge hinzu, darunter auch Schulabbrecher, die sich neu orientieren und bei uns eine Ausbildung starten. Dieses Modell hat sich als äußerst effektiv erwiesen“, so Holzer.                                 

Regionalität. Ein zentraler Schwerpunkt von SPAR Steiermark liegt auf Regionalität und Qualität, was sich in einem sorgfältig ausgewählten Sortiment widerspiegelt. Ein aktuelles Beispiel ist die die Einführung der weißen und braunen Bio-Champignons, die das regionale Angebot bereichern und den Nerv aktueller Ernährungstrends trifft. Diese überzeugen - ähnlich wie die Blumauer-Tomaten -  durch ihre hervorragende Qualität.

Die Eigenmarken von SPAR, darunter S-Budget, TANN und Regio, haben sich als qualitativ hochwertige und beliebte Alternativen etabliert. Insbesondere die Marke TANN steht für höchste Fleischqualität und eine tierfreundliche Produktion. TANN legt besonderen Wert auf Steak-Kompetenz und Qualitätsprodukte im Bereich Rind- und Schweinefleisch, wobei stets die Tierwohllinien erweitert werden. Seit 1994 setzt SPAR konsequent auf das AMA-Gütesiegel, das die Herkunft aus Österreich garantiert - von der Geburt über die Aufzucht bis zur Schlachtung.

Regionalität hat insbesondere während der Corona-Zeit enorm an Bedeutung gewonnen und bleibt auch angesichts der aktuellen Inflation und der damit verbundenen Sorgen der Kunden ein wichtiger Aspekt. Gleichzeitig haben viele Konsumenten ihr Einkaufsverhalten an veränderte Umfeldbedingungen angepasst. Dies zeigt sich in einem bewussteren Einkauf, der verstärkt auf Aktionen und Eigenmarken setzt. S-Budget verzeichnete im letzten Jahr ein Wachstum von 22 Prozent und wird von den Kunden nicht als Billigware, sondern als hippe Marke mit guter Qualität wahrgenommen.

 

Familienfreundlichkeit ist ein zentrales Unternehmensleitbild von SPAR. Mit flexiblen Arbeitszeiten, einem firmeneigenen Sommercamp und dem Kids Day setzt SPAR auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Eine in der Nähe der Zentrale eingerichtete Kinderkrippe bietet den Mitarbeitenden zusätzliche Unterstützung und verdeutlicht den hohen Stellenwert der Familienfreundlichkeit im Unternehmen.

 

Das Jubiläumsjahr 2024 ist für SPAR Steiermark nicht nur ein Rückblick auf 70 erfolgreiche Jahre, sondern auch ein Ausblick auf eine vielversprechende Zukunft. Mit kontinuierlichen Investitionen, einem starken Fokus auf Regionalität und Qualität sowie einer klaren Vision für die nächsten Jahrzehnte bleibt SPAR ein führendes Unternehmen im österreichischen Einzelhandel.

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Wir müssen endlich auch Fußgänger schützen!

Für mehr Rücksichtnahme auf und den besseren Schutz von Fußgängern machen sich VP-Stadtrat Kurt Hohensinner und die Clubobfrau des VP-Gemeinderatsklubs, Daniela Gmeinbauer, stark. Im Frühstückgespräch mit dem Journal Graz kritisieren die beiden, dass sich die Verkehrspolitik in Graz offenbar nur mehr für Radfahrer zuständig fühle.

Fußgängern gebühre im Straßenverkehr ein besonderer Schutz, denn sie gehören zur großen Gruppe der ungeschützten Verkehrsteilnehmer. Es sei Faktum, dass sich das Konfliktpotenzial erhöhe, sobald sich Rad- und Fußverkehr eine Fläche teilen und eine größere Anzahl an Nutzern gleichzeitig aufeinandertreffe und unterschiedliche Nutzungsansprüche stellen. Das sei besonders im innerstädtischen Bereich der Stadt der Fall.

„Wir wollen, dass die Fußgängerzone ihren Namen auch wieder verdient. Man sieht, dass durch die Zunahme der Radfahrer und vor allem durch neue E-Fahrzeuge eine gemeinsame Nutzung von Straßen und Gassen in der engen Innenstadt einfach nicht mehr funktioniert. Wir dürfen nicht nur Fahrrädern mehr Raum geben, sondern haben die Verantwortung, auch die ungeschütztesten Verkehrsteilnehmer zu schützen: nämlich die Fußgänger!“, stellen Kurt Hohensinner und Daniela Gmeinbauer unisono fest.

Konflikte - und im schlimmsten Fall Unfälle - entstehen vor allem dann, wenn auf gemeinsamen Geh- und Radwegen keine Rücksicht auf die Fußgeher genommen wird und die Geschwindigkeit sich nicht dem Fußverkehr anpasst. Die Entwicklung von Unfällen mit Fußgängern, die in Zusammenhang mit Radfahrern passiert sind, zeigt laut Statistik Austria eine Steigerung im Zeitraum von 2013 bis 2022 von 31 Prozent, so die beiden Politiker.

Zur objektiven Gefahr für Fußgänger kommt auch noch das subjektive Empfinden, durch die Radfahrer bedroht zu sein. Hohensinner: „Das hat wiederum zur Folge, dass Fußgänger im schlimmsten Fall die gemeinsamen Flächen meiden.“ „Wenn Radfahrer auf Fußgänger nicht genug Rücksicht nehmen, müssen eben Maßnahmen ergriffen wer- den, um den Fußgängern endlich wieder Sicherheit in der Stadt zu geben“, fordert Gmeinbauer.

Die Gefahrenpotenziale würden sich zusätzlich durch motorbetriebene E-Fahrzeuge verschärfen, die durch ihre meist überhöhte Ge- schwindigkeit nicht nur Fußgänger - und hier vor allem Kinder und ältere Personen – gefährden. Die E-Mopeds und E-Chopper sind mittlerweile auch zu einer erheblichen Gefahr für die Radfahrer selbst geworden, kritisieren die Stadtpolitiker.

Gmeinbauer betont: „Wir wollen die Radfahrer nicht vertreiben oder verdrängen, sondern die Fußgänger besser schützen. Die derzeitige Situation in der Schmiedgasse, Hans-Sachs-Gasse oder Stubenberggasse ist für alle Beteiligten untragbar. Es ist das Gebot der Stunde, den Fahrradverkehr vom Fußgängerverkehr zu trennen, um beide besser zu schützen!“

 Stadtrat Hohensinner und Clubobfrau Gmeinbauer fordern eine echte Fußgängerzone, in der auch Radfahren verboten ist: „Analog zum neu entstehenden Innenstadtring für den Radverkehr soll eine Zone für sicheres Zu-Fuß-Gehen in der Innenstadt entstehen. Dieser Fußgängerring muss Gassen, Wege und Plätze umfassen, die grundsätzlich für Fußgänger konzipiert sind und Familien mit Kleinkindern, beeinträchtigten Personen und Senioren ein unbeschwertes, freies und sicheres Gehen/Flanieren gewährleisten. Das sind vor allem die Schmiedgasse, Stubenberggasse, Hans-Sachs-Gasse, die Sporgasse, der Hauptplatz, Tummelplatz, Bischofsplatz und Färberplatz. Im Zuge der Errichtung und Neugestaltung diverser Radwege in der Innenstadt sollte man diese einmalige Chance nutzen und die genannten Gassen und Plätze zu echten Fußgängerzonen machen.“

Im Gemeinderat hat Daniela Gmeinbauer bereits einen Antrag eingebracht, der die zuständige Verkehrsreferentin Judith Schwentner auf- fordert, echte Fußgängerzonen, in denen Radverkehr analog zur Herrengasse nur in den Tagesrandzeiten erlaubt ist, umzusetzen. Der Vorstoß wurde von der Stadtkoalition aus KPÖ, SPÖ und Grünen abgelehnt. „Wir werden nicht müde werden, uns für mehr Schutz für die Fußgänger einzusetzen“, verspricht Hohensinner.

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Ein Blick in den Maßnahmenvollzug Asten

Oberstleutnant Christian Neubauer leitet seit dem 1. März 2024 offiziell das Forensisch therapeutische  Zentrum Asten. Sein Weg in den Strafvollzug begann 1997 im FTZ Garsten, wo er bis zu seinem Wechsel nach Asten tätig war. Seit dem 1. November 2020 ist er in Asten, zunächst als interimistischer Leiter, bevor er diese endgültig übernahm. Neubauer bringt nicht nur viel Erfahrung mit,  sondern auch eine klare Vision für die Zukunft des FTZ Asten.

Asten begann als Außenstelle der Ökonomie von Linz, wo Freigänger im gelockerten Vollzug 19 Hektar Land bewirtschafteten. 2010 wurde mit dem Neubau begonnen, und die Untergebrachten zogen ein. Erst im Jänner 2020 wurde Asten zu einer eigenständigen Justizanstalt. Heute ist Asten ein Haus mit vielen Professionen, in dem das Team und die Zusammenarbeit im Vordergrund stehen.

Neubauer legt großen Wert auf regel-mäßige Informationsveranstaltungen, um sicherzustellen, dass alle Bediensteten stets auf dem neuesten Stand sind. Dies ist Teil seiner Philosophie, die Transparenz und das Miteinander im Team zu fördern.

Die Justizanstalt Asten ist ausschließlich auf den Maßnahmenvollzug § 21/1 spezialisiert. Das bedeutet, dass die Untergebrachten zur Tatzeit aufgrund ihres psychischen Zustandes nicht zurechnungsfähig waren und keine Strafe, sondern eine Einweisung in die Maßnahme erhalten haben. Derzeit sind in Asten 240 Personen untergebracht, davon 56 geistig abnorme Rechtsbrecherinnen. Mit einem Zubau 2023 wurde die Kapazität auf 300 Betten erhöht.

In Asten sind 98 Prozent Einzelhaft-räume, aber pro Abteilung haben sie auch zwei Mann Belegungen. Da wird natürlich ganz genau hingeschaut, ob es mit den beiden Untergebrachten funktioniert. Der Vollzug ist wohngruppenorientiert, und nur in drei Abteilungen sind Justizwachebeamte tätig. Der Rest des Personals besteht aus Pflege- und Betreuungspersonal sowie diplomierten Sozialbetreuern. Insgesamt arbeiten 372 Mitarbeiter in der Anstalt.

 

Herr Oberstleutnant Neubauer, gibt es Chancen auf Entlassung?

Ein klares JA. Ein § 21/1 Unzurechnungsfähig Untergebrachter kann natürlich damit rechnen, „irgendwann“ entlassen zu werden. Der Weg dorthin verlangt Disziplin, sehr viele Auflagen müssen schon bei uns erfüllt werden. Nach einer erfolgreichen Behandlung in der Maßnahme in Asten und der Einstufung als ungefährlich können diese Menschen nicht gleich nach Hause gehen. NEIN, das läuft anders. Sie müssen eine lange Zeit in eine Nachsorgeeinrichtung, wo sie über einen längeren Zeitraum betreut werden. Wenn dann eine Wohnplatzzusage im Raum steht und das Gutachten passt, wird vom Gericht eine bedingte Entlassung ausgesprochen und sie können in dieser Nachsorgeeinrichtung bleiben. Diese Einrichtungen, wie beispielsweise Promente Traun, bereiten die Untergebrachten auf ein Leben nach der Maßnahme vor. Diese Nachsorge dauert in der Regel fünf bis zehn Jahre, in denen die Betroffenen weiterhin begleitet und überwacht werden.

Sie sind quasi noch zehn Jahre im System mit vielen Auflagen konfrontiert, so wie die ständige Kontrolle der Medikamenteneinnahme.

 

Förderung von Fähigkeiten und Selbstständigkeit

Für § 21/1 Untergebrachte besteht keine Arbeitspflicht. Wenn sie jedoch arbeiten, er- halten sie eine geringe Entlohnung, das sogenannte Therapiegeld. Für § 21/2 Unter-gebrachte, die einer Arbeitspflicht unter- liegen, gibt es eine reguläre Entlohnung. Beide Gruppen können ihr Geld einmal wöchentlich im internen Geschäft für den persönlichen Bedarf ausgeben.

Betreuer und Pfleger sind in der Justizanstalt überall im Einsatz, um die Untergebrachten bei alltäglichen Aufgaben wie dem Putzen der Küche oder dem Aufräumen ihrer Zimmer und vieles mehr zu unterstützen. Diese Tätigkeiten werden als Ausbildung geführt, da sie angeleitet und begleitet werden. Zudem gibt es ergotherapeutische Betriebe, einen Therapie-Betrieb und sogar einen holzverarbeitenden Betrieb, der therapeutische Arbeiten anbietet. Dort werden auch Schaukelstühle hergestellt. Eine kleine Gärtnerei bietet einigen auch das Arbeiten mit Lebensmitteln an. Das ist auch eine Form der Therapie.

 

Tagesablauf

Der Tagesablauf ähnelt dem in jeder Justizanstalt. Aber in der Maßnahme in Asten beginnt er etwas anders, und zwar mit der morgendlichen Kontrolle und der Über-prüfung der Medikamenteneinnahme. Unsere Mitarbeiter verbringen sehr viel Zeit mit den Untergebrachten, und in der Früh merken sie sofort, wie die Stimmungslage des Jeweiligen ist. Darauf ist das Personal ganz besonders geschult, denn kranke Leute ticken einfach anders. Darauf wird natürlich reagiert. Dann wird das Frühstück gemacht, jedoch gibt es im sozialen Bereich verschiedene Settings. Das heißt, der Alltag umfasst sowohl das gemeinsame Einkaufen und Kochen als auch verschiedene Therapien und Schulungen. Die Untergebrachten lernen hier, ihr Leben außerhalb der Anstalt wieder in den Griff zu bekommen. Einige werden nicht von uns verköstigt, sie gehen bereits mit den Betreuern nach draußen einkaufen und dürfen auch für sich selbst kochen, natürlich auch alles immer mit den Betreuern. Der Einkauf wird von der Anstalt bezahlt. Die Untergebrachten wohnen quasi nur mehr hier. Sie sind sehr autark. Das gehört natürlich auch zum Tagesablauf wie verschiedene Therapien, um das Leben draußen wieder in den Griff zu bekommen.

 

Kann ein Untergebrachter auch eine Lehre machen?

Eine klassische Lehre ist für die Unter-gebrachten nicht möglich, doch es werden zahlreiche Trainings- und Grundkurse angeboten. Besonders wichtig sind Deutschkurse, da der Ausländeranteil bei 40 Prozent liegt. Diese Maßnahmen sollen die Selbstständigkeit und Integration der Untergebrachten fördern.

 

Sind Ärzte wichtig?

Die medizinische Betreuung in Asten ist umfassend, doch es besteht ein Bedarf an mehr Ärzten. Seit April 2024 leitet Dr. Sabine Puritscher das medizinische Team und nimmt diese mit ins Boot. Die Justiz-anstalt arbeitet eng mit der Nervenheilklinik und der forensischen Psychiatrie zusammen, insbesondere mit der JA Göllersdorf. Diese Kooperationen sind für die Behandlung der Untergebrachten von großer Bedeutung.

 

Gibt es Erfolgsgeschichten von Entlassenen in die Nachsorgeeinrichtungen?

Die Justizanstalt Asten kann auf zahlreiche Erfolgsgeschichten verweisen. Im Jahr 2023 gab es 46 bedingte Entlassungen, bis Mai 2024 waren es bereits elf. Diese Zahlen zeigen, dass viele Untergebrachte erfolgreich in Nachsorgeeinrichtungen überführt und auf ein Leben in Freiheit vorbereitet werden konnten. Derzeit haben wir 50 Personen in diesen Einrichtungen, aber die sind schon auf dem Sprung in die Freiheit, und das permanent. Die Untergebrachten sind jedoch schon seit 2010 hier gewesen und müssen sich jetzt eben in den Einrichtungen beweisen. Ist ja nochmals ein langer Weg. Sie gehören aber aktenkundig noch zu Asten.

 

Vertrauen sich Menschen den Betreuern oder Ärzten an?

Untergebrachte vertrauen sich oft den Beamten, Ärzten, Psychologen oder Sozial-arbeitern an und erzählen von ihren familiären Tragödien die sich zu Hause abgespielt haben. Diese Geschichten sind oft von Gewalt und Missbrauch geprägt, und viele Untergebrachte haben schreckliche Erleb-nisse hinter sich. Das kann man sich nur schwer vorstellen was ein Kind oder junger Mensch aushalten kann. Man nimmt ihnen die Chance auf ein ganz normales Familienleben, was Menschen prägt und ihre Zukunft bestimmt. Ein Mensch der nur Gewalt spürt und niemals liebgehabt wird, kann ganz schwer einen ganz normalen Weg einschlagen ohne jegliche Hilfe oder Therapie. Das sind genau diese Menschen die irgendwann bei uns landen.

Bei Delikten gibt es alles was es nicht gibt und ein normaler Mensch gar nicht aushalten kann und über den Horizont hinausgeht.

 Die Supervision und Unterstützung des Personals sind daher von großer Bedeutung.

Christian Neubauer und sein Team in der Justizanstalt Asten setzen alles daran, den Untergebrachten eine Chance auf ein besseres Leben zu bieten. Mit viel Engagement, Professionalität und Herz schaffen sie einen Ort, an dem Heilung und Resozialisierung möglich werden.

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Zijad war Kontrolleur mit Verstand und viel Herz

Als Zeitungsherausgeber sind wir natürlich auf eine Verteilerfirma angewiesen, die unser Journal Graz pünktlich und korrekt an die Haushalte in Graz und Graz-Umgebung ausliefert. Und diese Verteilung muss auch kontrolliert werden. Hier und heute wollen wir über einen der besten Kontrolleure berichten: Zijad Kajtezovic, der nicht nur als Vertriebsassistent bei Hurtig & Flink, sondern auch als Mensch etwas ganz Besonderes ist.

Zijad Kajzetovic ist 40 Jahre alt und seit zwölf Jahren bei Hurtig & Flink beschäftigt. Der gebürtige Bosnier kam mit 29 Jahren nach Graz und war von Anfang an bei der Verteilerfirma aktiv. Jetzt wollte er sich verändern und hat zur Stadt Graz gewechselt.

In Bosnien war Zijad Büroleiter eines Netzwerkes von Umweltorganisationen, an dem rund 30 NGOs beteiligt waren. „Wir haben dort Projekte für die Schweiz und die EU betreut, Wasserqualität oder Mülltrennung waren unsere Themen.“ Geholfen haben ihm dabei nicht nur sein Fleiß und seine breit gefächerten Interessen, sondern auch seine angenehme Art und Weise, mit Menschen umzugehen.

Mit neun Jahren ist Zijad mit seinen Eltern nach Deutschland geflüchtet, um den Bosnienkrieg nicht miterleben zu müssen. Er hat in Karmenz in der Nähe von Dresden einige Jahre die Schule besucht und immer noch Kontakte zu ehemaligen Schulkollegen und Lehrern. Nach Ende des Krieges kehrten die Kajtezovics in ihre Heimat zurück, um sich dort etwas aufzubauen mit dem Geld, das die Eltern in Deutschland verdient hatten, aber auch deren Eltern hatten ja noch ihr Eigenheim.

Ende 2011 kam er nach Österreich und fing am selben Tag noch bei der Kronen Zeitung als Nachtzusteller zu arbeiten an. Anfang März 2012 wechselte er zu Hurtig & Flink. „Ich wurde sofort als Kontrolleur angestellt. Aber ich habe auch beim Verteilen mitgeholfen, wenn Not am Mann war. Ich habe die Arbeit gesehen und sie einfach gemacht.“ Vieles sei damals noch ein bisschen chaotisch verlaufen, Zijad brachte Struktur und Strategie hinein. „Ich habe mir ein gutes Team aufgebaut.“ Der Kontrolleur ging jeder Beschwerde akribisch nach, manche stellten sich auch als unberechtigt heraus. War wirklich etwas schiefgegangen, lieferte Zijad oft die Zeitungen persönlich an die Adressaten und sprach mit den Leuten und entschuldigte sich. Nach einem Jahr sprach der Geschäftsführer von Hurtig & Flink, Peter Sammer, dem das Talent und das Engagement seines Mitarbeiters längst aufgefallen war, Zijad an, ob er nicht ins Büro wechseln wolle.  Er sagt spontan zu und war dort an der Spitze tätig.

Durch Hurtig & Flink lernte Zijad auch seine Frau Djurdjica, genannt Susi, kennen. „Anfangs war sie meine Chefin bei einem Nebenjob, dadurch kamen wir immer wieder ins Gespräch. Wir mochten uns und irgendwann wurde es Liebe. 2014 haben wir geheiratet.“

Auf seiner Arbeitsstätte fühlte Zijad sich wie in einer Familie. „Ich konnte mir vorstellen, bis zu meiner Pension bei Hurtig zu bleiben, weil ich nicht nur mit dem Chef gut konnte, sondern auch mit den Kollegen.“ Aber dann, vor einigen Monaten, begann der Bosnier zu überlegen, ob er mit 40 Jahren nicht doch noch einmal etwas Neues angehen solle. „Ich habe Pläne geschmiedet und mirgedacht: Tu es, du hast noch viel Zeit, um zu lernen.“ Sein Ziel war der öffentliche Bereich, deshalb bewarb er sich im September des Vorjahres beim Jobportal der Stadt Graz. „Mitte Oktober erhielt ich eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Das dauerte eine Stunde und verlief sehr freundschaftlich. Man hat mir gesagt, es sieht sehr gut aus, aber es kann zwei bis drei Jahre dauern, bis etwas frei wird.“

Dann ging es Schlag auf Schlag. Mitte Jänner wollte das Personalamt der Stadt die Unterlagen von Zijad, im Februar folgte ein Gespräch mit dem neuen Abteilungsleiter. Im April kam die fixe Jobzusage. „Ich konnte es gar nicht fassen, aber man sagte, das Gespräch mit mir war sehr gelungen“.

Ein schwerer Gang stand dem Bosnier noch bevor: der zu seinem alten Chef. „Ich bat Peter Sammer um ein Gespräch. Sammer meinte nur ,sag‘s einfach‘. Ich nahm all meinen Mut zusammen und erklärte mit einem mulmigen Gefühl, ich werde leider Hurtig verlassen, habe eine Anstellung in der Stadt Graz bekommen.“ Sammer machte ihn sprachlos, weil er antwortet: „Ich gratuliere dir ehrlich, obwohl ich dich eigentlich umstimmen wollte“.

Anders die Kollegen: „Die wollten, dass ich bleibe. Man glaubt es nicht, auch Männer unter den Kontrolleuren hatten Tränen in den Augen. Letztendlich meinten sie aber, du hast jetzt einen krisensicheren Job und für den wünschen wir dir alles Gute“, freut sich Zijad. „Mir tut der Wechsel schon ein bisschen leid, denn ich hatte die Mannschaft wirklich gern und war mit Freude für sie da.“

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