„Ich verdanke Primar Nebel einfach alles“

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge geht Fersada Malicevic in Pension: Die gebürtige Bosnierin, die vor kurzem ihren 60. Geburtstag gefeiert hat, war 28 Jahre lang in der Privatklinik Lassnitzhöhe als Krankenschwester tätig und verabschiedete sich nun in ihre wohlverdiente Pension. Primar Dr. Günter Nebel, Betreiber der Privatklinik, feierte in einer kleinen Runde mit seiner langjährigen Mitarbeiterin den letzten Arbeitstag.

„Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, schildert Malicevic ihre zwiespältigen Gefühle. „Einerseits freue ich mich darauf, in Zukunft lang schlafen zu können, andererseits bin ich traurig, denn ich habe gerne in der Privatklinik Lassnitzhöhe gearbeitet und muss mich nun von Menschen trennen, die ich liebgewonnen habe.“

Die Bosnierin hatte in ihrer Heimat zwölf Jahre lang als diplomierte Krankenschwester gearbeitet, als dort der Bürgerkrieg ausbrach. Gemeinsam mit ihrem Mann und den zwei kleinen Kindern flüchtete sie 1992 nach Österreich. Die Familie besaß ursprünglich ein schönes Haus in Bosnien. „Als der Bürgerkrieg begann, stand plötzlich ein Offizier vor der Türe und sagte, dass wir raus müssen, denn das Haus gehört uns nicht mehr. Voller Angst und ohne Ahnung, was aus uns werden sollte, haben wir einen Koffer mit Kinderbekleidung und ein Fotoalbum gepackt und unser Haus verlassen. Die Gefühle möchte ich nicht beschreiben“, erzählt Malicevic schwermütig.

Ihre Flucht dauerte drei Tage und endete erst einmal in Schwanberg. „Nach fünf Monaten sind wir zur Caritas nach Graz gegangen und haben um Hilfe gebeten. Ich durfte zwei Wochen lang auf Kosten der Caritas Deutsch lernen und konnte dann wenigstens so viel, dass ich mich verständigen konnte. Über die Caritas kam ich mit dem Verwaltungsdirektor des damaligen Sanatoriums Lassnitzhöhe in Kontakt, der mich fragte, ob ich nicht Lust hätte, in der 16 Kilometer entfernten Klinik anzufangen. Sofort nahm ich das Angebot an“, erinnert sich die frisch gebackene Pensionistin.

Anfangs arbeitete sie als Stationshilfe, weil sie noch zu wenig Deutsch konnte. Durch Fleiß und Engagement machte sie bald Karriere, ihr bosnisches Diplom wurde nach ihrer Einbürgerung in Österreich anerkannt, Primar Nebel unterstützte und förderte ihre berufliche Laufbahn.

Es folgten die Positionen als Stationsschwester, einige Zeit lang fungierte Malicevic als Pflegedienstleiterin im Sanatorium. Ab 2012 war die gebürtige Bosnierin für das Hygienemanagement der Klinik verantwortlich und besuchte auch zwei Semester lang den entsprechenden Universitätslehrgang. Sie stieg zur akademischen Expertin für Krankenhaushygiene auf und managte 13 Einrichtungen von Nebels Sanlas Holding. „Der Primar hat mir alle Ausbildungen bezahlt und erlaubt, dass ich sie in meiner Arbeitszeit mache. Ohne ihn hätte ich es nie so weit geschafft“, ist Malicevic heute noch dankbar.

„Er hat mir die Chance gegeben, ich habe sie genutzt und meinen Chef nie enttäuscht und 28 Jahre die Treue gehalten. Ich hätte für ihn alles getan“, sagt die Neo-Pensionistin mit Tränen in den Augen. „Er war ein wunderbarer Chef und Lehrherr.“

Die Pension will die Krankenschwester jedenfalls genießen. Gemeinsam mit ihrem Mann möchte sie reisen, Österreich erkunden, aber auch ihr Heimatland Bosnien besser kennenlernen. Für ihre Enkelkinder will Malicevic ebenfalls mehr Zeit haben.

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Mit Style und Charme zu einer tollen Frisur

 

Ein wunderbares Beispiel für eine Lehre mit Matura ist die fesche Friseurin Anna Hinterleitner. Die junge Stylistin arbeitet im  Art & Fashion Team in der Grazer Leonhardstraße 48, wo sie auch ihre Lehrzeit absolviert hat.

Anna hat die HWL Schrödinger, Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe, besucht und dort maturiert. „Danach habe ich in ein paar Jobs hineingeschnuppert, aber schnell gemerkt, dass das alles nichts für mich ist. Meine beiden Omas sind Friseurinnen, da habe ich mich entschlossen, das will ich auch werden.“

Weil sie maturiert hatte, dauerte die Lehrezeit nur zwei Jahre. „In denen habe ich das Handwerk gelernt“, strahlt Anna. „Sicher habe ich auch auskehren müssen, aber bald durfte ich den Kunden die Haare waschen. Aber ich glaube, Kunden und Chefs gehen anders mit Maturanten um, vor allem weil sie schon älter sind.“

In der Lehrzeit hat Anna an vielen Modellen gearbeitet und geübt. Dafür musste sich eine ganze Schar von Verwandten und Bekannten zur Verfügung stellen. „Meine Mama war oft das Opfer, oder mein Freund, aber auch meine Omas mussten den Kopf hinhalten“, schmunzelt die Haarstylistin. „Auch mit männlichen Bekannten habe ich Friseur-Erfahrungen gesammelt. Beim einen oder anderen hat dann das Ohr leicht geblutet, aber ich sagte mir, das gehört dazu.“

Das erste Mal an den Kopf eines Kunden durfte Anna erst drei Monate vor ihrer Lehrabschlussprüfung heran. „Sie sind ja nur Lehrling“, hat die fesche junge Frau auch nach ihrer Ausbildung noch öfter von Kunden gehört. „Ich habe dann immer geantwortet: Nein, jetzt bin ich Friseurin. Dann hatten die Kunden entweder Vertrauen zu meinem Handwerk - oder eben nicht. Das muss man sich erkämpfen beziehungsweise erarbeiten“, erzählt Anna.

Den Sprung, nicht ewiger Lehrling zu sein, hat sie im Salon bei Art & Fashion  geschafft. „Ich habe meinen eigenen Kundenstamm aufgebaut.“ Den betreut sie mit ebenso viel Schick wie Charme. Auch Prominente waren schon unter Annas Kunden – bekannte Schauspieler und Tennis-Profis zählen dazu. Der Friseurberuf ist Annas Leidenschaft. „Es ist meine Berufung. Ich freue mich, wenn meine Kunden mit meiner Arbeit glücklich sind. Ich gehe abends heim und freue mich in der Früh, wenn ich wieder zur Arbeit gehen darf.“

Natürlich kann Anna auch Dauerwellen wickeln, lieber ist ihr aber, mit Schneiden und Färben eine Top-Frisur zu zaubern. „Das ist mein wahres Talent. Manche Kunden wollen etwas Neues ausprobieren, das ist die größte Herausforderung für mich, weil ich dann experimentieren kann.“ Natürlich könne einmal etwas nicht ganz passen. Anna: „Das ist eben das Handwerk, wir sind keine Maschinen. Aber ich versuche, jeden Tag mein Bestes zu geben, meistens gelingt mir das auch.“ Die Vielseitigkeit ist ihr wichtig: „Jeder Mensch und jede Frisur sind anders, so wird der Job nie langweilig.“

Das Betriebsklima bei Art & Fashion findet die junge Friseurin toll. „Hier geht man höflich und respektvoll miteinander um“, strahlt Anna. Es sei zwar nicht der bestbezahlte Beruf, aber er mache ihr unheimlich viel Spaß.

Schade findet die Haarstylistin, dass viele Eltern und Jugendliche glauben, die jungen Leute müssten studieren, obwohl sie nicht dafür geeignet sind. „Dabei ist ein Handwerk in der heutigen Zeit wieder Gold wert. Friseurin zu sein kann man sicherlich nie verlernen. Dieses Handwerk kann ich jedem empfehlen, der nur annähernd das Gefühl hat, das zu wollen, oder  sogar talentiert ist, diesen Beruf zu erlernen. Was ich gelernt habe, kann mit niemand mehr nehmen, und darauf bin ich richtig stolz.“ Gerade in der Pandemie habe man gesehen, wie wichtig den Menschen die Haare sind, ist Anna überzeugt. „Nach dem Lockdown war für Frau und Mann das erste, einen Friseurtermin auszumachen. Das ist schon eine tolle Anerkennung.“

Anna appelliert an Jugendliche, über eine Lehre nachzudenken. „Klar, anfangs ist man Handlanger, aber jeder Tag bringt dich ein Stück weiter. Wenn du glaubst, dass du in unser Team passt, bewirb dich einfach. Wir freuen uns auf dich.“ 

Portrait

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Zwei Freunde auf verschiedenen Wegen

Wayan Bach und Michael Grünwidl haben sich das erste Mal getroffen, als beide sechs Jahre alt waren – am ersten Schultag in der Waldorfschule in Graz-St. Peter. Sie waren sich sofort sympathisch und wurden Freunde. Das sind sie heute, nach 36 Jahren, noch immer.

„Wir waren beide glücklich, gleich an unserem ersten Schultag einen Freund gefunden zu haben“, erinnern sich Wayan und Michael an den Beginn ihrer Freundschaft. Weil sie in unmittelbarer Nähe wohnten – Bach in Gössendorf und Grünwidl in Fernitz – hatten sie Zeit, auf dem Schulweg miteinander zu plaudern. Rasch wurden sie unzertrennlich. Das galt auch für die Fahrradprüfung, die beide sehnlichst erwartet hatten. An dem Tag, als sie sie bestanden hatten, bekamen Wayan und Michael von ihren Eltern Fahrräder geschenkt. Beide bekamen das gleiche Modell: ein Mountainbike vom Ikea Family Club. Was aber wirklich zählte, war der Tachometer. „Der war digital. Das war voll wichtig für uns.“

Die beiden Freunde haben gemeinsam die Waldorfschule besucht und doch sehr unterschiedliche Lebenswege eingeschlagen. Grünwidl hatte immer schon ein Faible für Autos - „Ich habe schon als Kind jede Marke und jedes Modell sofort erkannt“, sagt Michael - und dachte nach der Matura nicht daran, zu studieren. „Ich wollte Geld, und zwar gleich. Erst mit 27 Jahren einen bezahlten Job zu haben war nicht meins. Das war mir zu spät.“ Also arbeitete der heute 42-Jährige in mehreren Branchen und ging 2005 als Lokführer zu den Steirischen Landesbahnen. Heute fährt er Lokomotiven bei der GKB-Tochter LTE Logistik- und Transport GmbH in Graz.

Bach wechselte nach neun Jahren Waldorfschule auf das BORG Monsbergergasse. Danach arbeitete er zwei Jahre bei Magna, interessierte sich aber nicht genug für Autos, um eine angebotene Ausbildung zum Mechaniker zu absolvieren. Sein Vater hatte einen Verlag, Wayan stieg als Mediengrafiker ein. „Das war mein Einstieg ins Marketing“, erinnert er sich. Über mehrere Zwischenstationen gelangte er in die ShoppingCity Seiersberg, wo er heute das Marketing leitet.

Fortzugehen und sich in Discos herumzutreiben war den beiden in der Pubertät nicht wirklich wichtig, erzählen die Freunde. „Mich hat eigentlich nur der Führerschein interessiert“, schmunzelt Michael. Den wollte er so früh wie möglich haben. „Ich habe die Fahrprüfung abgelegt, als ich noch nicht 18 war. Die zwei Wochen, bis mir der Schein auch ausgehändigt wurde, konnte ich kaum abwarten. An meinem 18. Geburtstag bin ich in aller Herrgottsfrüh aufgestanden und im Morgengrauen bei der Führerscheinstelle erschienen, um das rosa Papier abzuholen.“

Mit dem Traktor seines Vaters ist Grünwidl schon gefahren, als er gerade 15 war, und auch Reparaturen hat er selbst erledigt. „Wir hatten eine kleine Landwirtschaft, aber in die wollte ich nie einsteigen. Darin habe ich keine Geschäftsidee gesehen.“ Ein Händchen für Geld habe sein Freund schon immer gehabt, ergänzt Wayan. „Michael war der Geschäftstüchtigere von uns beiden. Er war immer am Überlegen, wie er zu Geld kommt. Zu Weihnachten hat er beim Schulfest zum Beispiel Mistelzweige am Parkplatz verkauft, dabei habe ich ihm auch geholfen. Er hat auch entdeckt, wie man aus den Kaugummiautomaten, die damals an jeder Ecke standen, gratis welche herausbekommt.“

Obwohl sich Bach und Grünwidl zwischenzeitlich ein wenig aus den Augen verloren hatten, lebte die alte Freundschaft sofort wieder auf, als sie sich wieder begegneten. „Drei oder vier Jahre hatten wir uns ein bisschen auseinanderentwickelt, wir hatten verschiedene Interessen und auch neue Freunde kennen gelernt“, erinnern sich die beiden. „Aber als wir uns wieder getroffen haben, war es, als wäre kein Tag seit unseren letzten gemeinsamen Unternehmungen vergangen.“ Auseinanderentwickelt hatte sich allerdings der Musikgeschmack: Wayan spielte in einer Rockband, Michael liebte elektronische Musik.

Der ebenfalls 42 Jahre alte Wayan Bach verdankt seinen ungewöhnlichen Vornamen der Liebe seiner Eltern zu Indonesien. „Sie sind in der ganzen Welt herumgereist, waren aber besonders oft in dem Inselstaat. Dort bin ich auch geboren. Jedenfalls haben ich und meine drei Geschwister exotische Vornamen.“

Wie es der Zufall wollte, stammt Wayan Bachs zweite Ehefrau aus Indonesien. „Ich habe sie aber hier kennengelernt, sie lebt schon seit 20 Jahren in Österreich“, erzählt der Marketingleiter. Aus seiner ersten Ehe hat Bach zwei Kinder. Sein Freund Michael war bei beiden Hochzeiten dabei und auch Trauzeuge für seinen Freund. Selbst ist Michael Grünwidl unverheiratet und kinderlos – „und momentan glücklicher Single“, lacht der Lokführer.

Was Wayan seinem Freund nie vergessen wird, ist die Unterstützung in schweren Zeiten. „Bei meiner Scheidung ist Michael voll zu mir gestanden. So etwas macht Freundschaft aus: dass man aufeinander zählen kann.“ Wenn man sich auf ein Plauscherl treffe, redet man über alles: „Unsere Leben, unsere Erfahrungen.“ Und Michael versichert: „Ich bin immer für ihn da, das ist selbstverständlich, und das wird immer so bleiben.“

Freunde

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Eine Legende der Grazer Bankenbranche geht in Pension

Nach 44 Jahren im Bankgeschäft geht Manfred Huber, Landesdirektor für die Steiermark der Bank Burgenland Filiale in Graz, Anfang Dezember in den wohlverdienten „Unruhestand“, wie er es nennt. Segeln, die Enkelkinder und Spaziergänge mit seiner Hündin Minni stehen auf dem Pensions-Programm.

Huber absolvierte die Handelsakademie in Graz, die er 1977 mit der Matura abschloss. Während seiner Schulzeit absolvierte er bereits mehrere Ferialpraktika bei seinem späteren Arbeitgeber, der Landeshypothekenbank Steiermark, welche sofort sein großes Potential erkannte und ihn unmittelbar nach seiner Zeit beim Bundesheer als Mitarbeiter anwarb. Dort sollte er für die nächsten 30 Jahre tätig sein und unter anderem das erfolgreiche Ärzte- und Freiberufler-Center aufbauen.

2008 der große Umbruch – ein Anruf der Geschäftsleitung der Grazer Wechselseitigen Versicherung, der für Manfred Huber ein neues Kapitel seines Lebens öffnen sollte. „Man konnte sich vorstellen, dass ich den geplanten Standort der Bank Burgenland in Graz, welche seit 2006 im 100%igen Eigentum der GRAWE steht, als Filialleiter übernehmen und aufbauen sollte – binnen 24 Stunden habe ich zugesagt.“ Ab diesem Zeitpunkt begann die Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht – mittlerweile besteht das Team der Bank Burgenland Graz aus einem zehnköpfigen Mitarbeiterteam.

Der nunmehr bevorstehenden Pension blickt Huber mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. „Ich habe immer gedacht, dass ich mit großer Freude meinen Ruhestand antreten werde – mein Herz hängt jedoch an meinem Team sowie an meinen Kunden, und ich werde auch nach meiner aktiven Leitertätigkeit immer ein offenes Ohr haben und Unterstützung zukommen lassen, wo auch immer ich gebraucht werde“.

Nunmehr werde er sich jedoch verstärkt seiner Familie und seinen Hobbies widmen: Als Privatier will er vor allem viel Zeit mit seinen Enkelkindern verbringen, ausgedehnte Segelreisen, welche er als Skipper leitet, unternehmen und vor allem mit seinen Kochkünsten Familie und Freunde verwöhnen. Auch für Ausflüge mit der Volkstanzgruppe, bei welcher er seit vielen Jahrzehnten aktives Mitglied ist, wird zukünftig mehr Zeit bleiben.

Portrait

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„Wir wollen das beste Geschäft im Herzen der Menschen sein!“

Gelebte Regionalität, eine breite Angebotspalette von günstig bis Premiumqualität und die Identität als heimisches Unternehmen sind drei der wichtigsten Stützpfeiler der Handelskette SPAR. Steiermark-Chef Mag. Christoph Holzer freut sich, dass SPAR Marktführer im österreichischen Lebensmittelhandel ist.

„Ich will im Herzen der Menschen das beste Geschäft in der jeweiligen Umgebung sein“, schildert der Chef von SPAR-Steiermark und -Südburgenland, Christoph Holzer, sein Credo. Ein Weg zu diesem Ziel sei der Fokus auf Regionalität: „Wir beschäftigen uns schon seit Jahrzehnten mit diesem Thema. Aktuell haben wir an jedem unserer Standorte mindestens einen Regalmeter für regionale Produkte – und es werden laufend mehr. Vor allem unsere Kühlregale sollen noch regionaler werden.“

Erfolgreiche Beispiele sind für Holzer auch in der Frischfleischabteilung zu finden. „Murbodner Rind oder Duroc-Schweine sind absolute Renner geworden. Hier zeigt sich, dass die Kunden eine hohe Qualität aus heimischer Erzeugung honorieren.“ Eine verbürgte Qualität habe bei SPAR schon vor mehr als 20 Jahren Einzug gehalten – mit dem AMA-Gütesiegel, das es ursprünglich nur für Fleisch gab. „Die Menschen sind bereit, für ein Top-Produkt mehr zu bezahlen“, berichtet Holzer aus seiner Erfahrung. „Man muss sie aber dabei begleiten, den Geschmack in den Vordergrund stellen.“

Das gehe mit regionalen Produkten leichter. „So macht Regionalität auch mehr Spaß“, ist der SPAR-Steiermark-Chef überzeugt. Sein Unternehmen arbeite auf dem Top-Qualitätslevel mit den Erzeugern intensiv zusammen: „Ein schönes Beispiel sind die Jungen Wilden mit ihrem Spargel. Da hoffen wir, im nächsten Frühjahr Solospargel anbieten zu können, der eigens für uns angebaut wird.“

Für Holzer braucht es auch mehr saisonales Denken: „Wir müssen uns fragen, ob man wirklich Erdbeeren im Jänner braucht oder Weintrauben im März. Da sind wir als Gesellschaft zu Veränderungen in unserem Verhalten aufgefordert.“

Die Handelskette setzt stark auf Eigenmarken. „Wir haben mit 40 Prozent den höchsten Eigenmarkenanteil, wenn man unsere TANN-Fleischwaren, REGIO-Kaffee und das Weingut Schloss Fels mit einrechnet.“ SPAR fahre bei den Eigenmarken eine Mehr-Schienen-Strategie. „Wir haben preisgünstige Produkte als S-Budget genauso im Angebot, wie unsere eigenen Premium-Produkte, die etwas Luxus in den Alltag bringen. Es macht unseren Erfolg aus, dass die Kunden das alles an einem Platz finden.“

Eine weitere Strategie der Handelskette ist das transparente Rabatt- und Aktionen-System. „Die Rabattmarkerl sind ein echter Hit. Die Menschen freuen sich, wenn sie sie einkleben, und die Freude ist beim Einlösen noch größer, wenn sie dann viel Geld an der Kasse sparen. Die Kunden erleben unsere Aktionen niederschwellig, auch weil sie möglichst ohne Ausnahmen und Kleingedrucktem auskommen“, ist Holzer stolz. Überlegungen, eine eigene Kundenkarte einzuführen, gibt es bei SPAR übrigens weiterhin nicht.

SPAR ist mittlerweile zur Nummer eins im heimischen Lebensmittelhandel avanciert. „Das macht mich stolz und ist das verdiente Ergebnis einer langen und kompetenten Arbeit.“ Auch die Tatsache, dass SPAR als österreichisches Unternehmen wahrgenommen wird, trage zum Erfolg bei. Die Position als Marktführer bringe allerdings mit sich, dass man intensiver beobachtet werde. „Durch die Politik und durch den Kunden“, schildert Holzer. Das habe man während der Corona-Pandemie gesehen. „Da wurden wir plötzlich kritisiert, weil wir im Lock-Down weiter Non-Food-Artikel verkauft haben. Ich verstehe das bis heute nicht, denn wir haben unser Konzept ja nicht verändert. Die Politik muss sich da schon die Frage gefallen lassen, ob sie die Menschen zum Online-Kauf zwingen wollte, denn außer dem Lebensmittelhandel war ja alles gesperrt.“
1958 entschied sich KR Theodor Poppmeier sen., der Handelskette SPAR beizutreten. 1963 wurde die Theodor Poppmeier KG in der Dreihackengasse gegründet, und man eröffnete den ersten Lebensmittelmarkt in der Grazer Humboldtstraße unter der Marke „SPAR“. De Spar kommt aus dem Holländischen und bedeutet „die Tanne“. Dies war in Graz das erste Geschäft, das neben Lebensmitteln auch Fleisch in Bedienung anbot.

In den 63 Jahren ist man kräftig gewachsen: Heute gibt es in der Steiermark 110 SPAR-Filialen, rund 120 eigenständige SPAR-Kaufleute und neun Interspar-Lebensmittel-Großmärkte. Dazu kommen in Holzers Bereich noch ein INTERSPAR sowie rund zehn Filialen und knapp 20 eigenständige Kaufleute im Südburgenland dazu.

Weiteres Wachstum ist bereits angesagt. So wird im Quartier Eins im neuen Grazer Stadtteil Reininghaus 2024 ein SPAR-Markt eröffnet, „Mit dem Standort in der Peter-Rosegger-Straße sind wir in der Nähe ohnehin schon vertreten“, sagt Holzer, der den „neuen Stadtteil mit Leben erfüllt“ sehen möchte. Mit den geplanten 12.000 Einwohnern sei Reininghaus ja praktisch „eine Stadt in der Stadt, die auch versorgt werden will.“
Vor der Eröffnung steht der umgebaute und erweiterte Standort im Untergeschoß des Innenstadt-Kaufhauses Kastner & Öhler. „Wir haben den Eurospar dort ganz neu entwickelt und von 1.000 auf 1.400 Quadratmeter Verkaufsfläche ausgebaut. Das wird deutlich zu spüren sein. Das Ziel ist es, dass SPAR noch besser zu dem tollen Kaufhaus darüber passt.“ Am Standort gebe es einen „sehr gemischten Kundenstock“: „Da ist vom normalen Jausenkauf bis zum Ich-gönn-mir-jetzt- ein-bisschen-Luxus alles dabei.“

Pläne gibt es auch für die SPAR-Zentrale in Graz-Puntigam. Dort werden 45 Millionen Euro investiert. Derzeit wird ein Parkhaus gebaut, auf den dadurch frei werdenden Parkplätzen werden zusätzliche Warenlager errichtet. „Das Projekt dient der Zukunfts- absicherung“, schildert der sympathische SPAR-Steiermark-Chef.
Ebenfalls Zukunftssicherung ist die Lehrlingsausbildung bei der Handelskette. „Wir nehmen jedes Jahr rund 80 Lehrlinge neu auf“, erklärt Holzer. „So haben wir immer rund 240 neue Mitarbeiter in Ausbildung.“ SPAR habe neue, digitale Wege gewählt, um die Jugend für eine Karriere im Unternehmen zu begeistern. Um angehende SPAR-Mitarbeiter entsprechend vorzubereiten, biete man im Rahmen der Lehrlingsausbildung Förderkurse an, sollten diese notwendig sein, etwa in Mathematik oder Deutsch.

In seiner Freizeit – „dank meines tollen Teams habe ich sogar welche“, schmunzelt Christoph Holzer - hat er großes kulturelles Interesse wie an Konzerten, Schauspiel usw., aber auch Lesen steht bei ihm regelmäßig auf dem Programm. Seine große Leidenschaft gehört aber dem Garten: „Ich bin eine echte Garten-Wühlmaus, stelle mich im Frühjahr selbst hinaus und hole mich im Herbst wieder herein.“ Und hinter dem gesamten Einsatz in seinem Job steht auch die Familie.

Frühstücksgast

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„Die Medizin ist nicht Arbeit, sondern meine Leidenschaft“

„Die Medizin ist nicht Arbeit, sondern meine Leidenschaft“

Viel Zeit für seine Patienten nimmt sich der Grazer Internist und Kardiologe Dr. Michael Haintz in seiner Praxis in Graz-St. Peter. Obwohl der Mediziner seine Kunden nicht nur privat, sondern auch für alle Kassen behandelt, ist er bemüht, einen möglichst raschen Termin anzubieten um Wartezeiten zu minimieren. 

Der 59 Jahre alte Michael Haintz hat am Akademischen Gymnasium in Graz in Altgriechisch und Latein maturiert – „als einer von ganz Wenigen“ -, anschließend in der steirischen Landeshauptstadt Medizin studiert – einschließlich eines Auslandssemesters in Tel Aviv. Anfangs wollte er sich auf Chirurgie spezialisieren. „Ich habe aber schnell bemerkt, dass das nichts für mich ist“, erinnert sich der Internist. Es folgten der Turnus und die Ausbildung als Internist auf der Stolzalpe. Nach einem Wechsel nach Vorau, wo er Oberarzt und später sogar Primar wurde, ging Haintz nach Radegund, um eine weitere Spezialisierung als Kardiologe zu erlernen.

„Man hat mir schon früh nachgesagt, dass ich sehr empathisch bin. Darum wollte ich auch Lehrer oder eben Mediziner werden“, schildert Haintz, wie es zu seiner Berufswahl kam. 20 Jahre lang war er auch als Notarzt unterwegs, hat die zwei Notarztstützpunkte in Murau und Weiz mit aufgebaut.

Die Innere Medizin ist die Leidenschaft von Dr. Haintz. „Ich sehe meine Tätigkeit auch nicht als Arbeit – es macht mir unglaublichen Spaß, es ist wie ein Hobby für mich.“ Echte Hobbys hat der Mediziner übrigens nicht – „außer meiner Frau und den Hunden“, wie er schmunzelnd einschränkt.

2015 übernahm der Internist die Praxis in St. Peter. „Mir wurde klar, dass meine bisherige Karriere nicht alles gewesen sein kann, ich brauchte noch einmal eine Herausforderung.“ Seitdem betreut er dort mit seinem zwölfköpfigen Team die Patienten. Geleitet wird die Ordination übrigens von Gattin Gabriele.

„Wir bieten ein Rundum-Service an, wir versuchen alles, was in der Inneren Medizin möglich ist, in unserer Ordination anzubieten und die Menschen nicht hin und her zu schicken“, schildert der Mediziner seine Philosophie. Das Service schließe zum Beispiel Laborauswertungen mit ein, die im Haus gemacht werden. Für die bildgebende Diagnostik arbeitet Haintz mit einem benachbarten Radiologen zusammen.

Behandelt und untersucht wird nur nach Terminvereinbarung. „Wir versuchen, die Termine auch wirklich einzuhalten, ich selbst warte auch nicht gerne“, versichert der Internist und Kardiologe. Das Termin-Prinzip habe schon vor der Covid-19-Pandemie gegolten. Corona habe natürlich Veränderungen mit sich gebracht. „Es war anfangs eine Katastrophe, drei Monate lang sind keine Patienten zu uns gekommen.

Umstellungen hat die Pandemie selbstverständlich bei den Hygienemaßnahmen gebracht. „FFP2-Masken für das Team und die Patienten sind bei uns absolut Pflicht. Wir ändern da auch nicht alle Augenblicke etwas, sondern ziehen eine Linie durch.“ Haintz ließ sich als erstes Mitglied der Ordination impfen und ging als gutes Beispiel voran. Inzwischen hat er den dritten Stich erhalten. „Ich habe von Anfang an gesagt, ich will diese Krankheit nicht bekommen. Dazu habe ich in meinem Leben als Arzt zu viel gesehen und erlebt.“

Interessierte können sich auch bei Dr. Michael Haintz impfen lassen. „Wer will, muss uns das nur mitteilen, dann kommt er auf eine Liste und erhält einen Termin.“ Haintz hat auch die Impfstraße im LKH Graz im Februar und im Mai organisiert. Die Pandemie ist für den Mediziner noch nicht vorbei, er appelliert dringend, sich impfen zu lassen: „Die Menschen müssen begreifen, dass diese Krankheit auch tödlich enden kann.“

Wichtig ist für den Mediziner, dass sich die Patienten bei allen Mitarbeitern der Ordination gut aufgehoben fühlen und sich nicht als Nummer vorkommen. „Der Wohlfühlfaktor muss sich durch die gesamte Behandlung ziehen.“ Deshalb seien regelmäßige Feedbacks und Besprechungen nötig – sie finden alle 14 Tage statt.

Viele Menschen, so Haintz, hätten Angst davor, zum Arzt zu gehen. „Man weiß nicht, was bei der Diagnose herauskommt, das erzeugt Unsicherheit. Wir versuchen, diese Angst so gut es geht zu nehmen. Genau deswegen ist eine gute und ehrliche Information notwendig.“

Portrait

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